130 Mio Zuschauer weltweit, 25 Konkurrenten, die es am Ende in dieses Finale geschafft haben. Lena Mayer-Landrut, eine 19 jährige, die die Massen in Deutschland polarisiert und spaltet, man liebt oder man hasst, was sie tut. Aber egal wer und warum, sie war heute Abend Deutschland – und das zählt. Lena musste für uns einstehen beim 55. Eurovision Songcontest in Oslo, der Hauptstadt von Norwegen.

Es gab dieses Jahr einige Neuerungen was die Abstimmung anging, so musste nicht mehr gewartet werden bis das Ereignis vorbei war, man konnte direkt von Anfang an anrufen und seine Stimme abgeben. Diese Stimme machte dann 50% der Punkte aus, die anderen 50% wurden durch eine Jury vergeben. Hier lag schon einmal ein großer Nachteil, denn Lena kam als 22. ins Rennen

Die erste im Rennen war Safura aus Aserbaidschan mit dem Titel Drip Drop. Ihr Englisch war nicht das Beste aber die Stimme hatte Power und kam klar und deutlich rüber, die Bühnenshow jedoch eher mager, der Song an sich war gut anzuhören.

Als zweiter startete der Spanier Daniel Diges mit dem Titel „Algo Pegonito“, der gerade zum besten Musicaldarsteller in seinem Land gewählt wurde. Er erinnerte etwas an Hermann van Veen und anders als Safura sang er in seiner Landessprache. Die Show war witzig gemacht, der Song aber nicht wirklich zum auf die Tische springen. Ein Fan schlich sich auf die Bühne und tanzte einfach mit, was den Sänger etwas nervös machte. Es dauerte einen Moment, bis die Sicherheit es im Griff hatte (hierzu am Ende mehr!).

„My Heart Is Yours“, war der Song von Didrik Solli-Tangen, dem norwegischen Tenor. Das Lied war langweilig und schlecht gesungen, er wackelte in der Stimme und konnte kaum überzeugen. Das war heute nichts.

Moldau, das ärmste Land Europas lies sich dieses Jahr auch im Semifinale nicht aufhalten. Die Sängerin von SunStroke Project & Olia Tira wurde in Deutschland geboren und präsentierte den Song „Run Away“. Coole Saxophonklange eine hochmoderne Geige und fette Beats, alles war hier vertreten. Als vierte im Rennen bis zu diesem Zeitpunkt der Favorit.

Ein Sänger aus Wales wurde von Zypern engagiert um dieses Jahr endlich einmal etwas zu schaffen. John Lilygreen and the Islanders brachte den Song „Life Looks Better In Spring“. Eine Band, bestehend aus Bass, Flügel, Schlagzeug, Gitarre (gespielt von John selbst) und einem zweistimmigen Chor, brachte einen sehr guten Song hervor. Die Stimme erinnerte direkt an den Style von James Blunt. Jeder in der Band hatte ein Micro und brachte seine Stimme mit ein.

Bosniens Sänger wollte Lehrer werden und mit 26 steht er für Bosnien – Herzegovina auf der Bühne. Eine Rocknummer „Thunder & Lightning“ von Vukasin Brajic sollte die Gemüter erhitzen. Seine Stimme, nichts außergewöhnliches, aber gut intoniert und ein Song der rockig war, brachten ihn zumindest ins Gehör der Zuschauer. Die Musiker, die mit auf der Bühne standen, verhielten sich aber eher wie Statisten. Ob hier aber mehr drin war blieb fraglich.

Tom Dice aus Belgien trat alleine auf und lies sich nur von seiner Gitarre begleiten. Er war der perfekte Schwiegersohntyp. Unplugged und gut herübergebracht konnte er überzeugen. Eine Stimme die man sich gerne mal bei Kerzenlicht und einem Glas Rotwein mit seiner liebsten anhört. Sicherlich einer der Favoriten, er bekam guten Applaus schon während dem Song und sein „Common Oslo“ machten ihn noch ein Stück sympathischer als er eh schon war.

Serbien musste nun zeigen was dieses Land geschickt hat. Milan Stankovic, der etwas androgyn wirkende Sänger konnte zumindest eine nette Bühnenperformance mit seiner Truppe liefern, der Rest konnte eher unter die Rubrik „Danke und tschüss“ gebucht werden. Bis dahin mit Abstand das schlechteste Lied des Abends. „Ovo je Balkan“, ein Song den man so schnell vergessen wird wie man ihn im Ohr hatte.

Weißrussland, durch das Staatsfernsehen und den Präsidenten bestimmt, brachte den Sing Butterflies von der Band 3+2 feat. Robert Wels hervor. So wie das Land und das Auswahlkriterium, so war auch das Stück, vom Beamtentum überflügelt langweilig, schweratmig und wenig beeindruckend. Vom Gesang her nichts zu bemängeln, aber mehr Lob war hier nicht drin, da konnten auch die plötzlichen Flügel an deren Rücken nichts mehr ändern „Kitsch where Kitsch can be“.

Irland, viermal Sieger des Grand Prix brachte die damalige Siegerin Niamh Kavanagh, die damals als letzte den Grand Prix für Irland gewann im Jahre 1994 sang den Song „It‘s for you“ und sollte endlich wieder an alte Erfolge anknüpfen, was jedoch bei diesem Lied nicht so kommen dürfte, sie sang gut und der Wind wehte perfekt durch ihre Haare. Der Song war aber nichts aussergewöhnliches und eher Lied #3 auf einem Album.

Griechenland, was die Finanzen noch für die Reise aufbrachte konnte mit Giorgos Algaios und seinem Lied „Opa!“ endlich selbst einmal auf der Bühne stehen. Über 20 Alben hatte er produziert und einige wurden sogar mit Platin ausgezeichnet. Heute Abend hätte er es aber besser auch anderen überlassen. Das Lied war eine Mischung aus Stierkampfmusik und anderen Hossa Parolen. Für mehr hatte es dann wohl beim derzeitigen Staatshaushalt nicht mehr gereicht.

Mike Stock und P. Waterman die schon damals alle Musiker über einen Kamm scherten wurden vom vereinigten Königreich ins Boot geholt um Josh Dubovi den Titel „That Sounds good to me“ zu komponieren. Und es kam wie es kommen musste, auch dieser Sänger musste den furchtbaren Songwritern unterwürfig werden. Wieder einmal ein billiger Abklatsch von Rick Astley, Kiley Minogue, Donna Summer und Jason Donovan, das war alles was die Produzenten hier auf die Beine brachten. Prädikat: Ganz schlimmes Kino. Zum Glück sang er dann auch in selbiger ganz schlechter Qualität um sich zumindest nicht abzuheben.

2009 pausierte Georgien aus politischen Gründen in Moskau. Dieses Jahr wollte man ganz oben dabei sein, Sofia Nizharaze sang den Song „Shine“. Eine ausgebildete Theaterschauspielerin mit einer guten Stimme und einer Stimme die ein wenig etwas von Sally Oldfield und Madonna hatte sang gut und brachte den Song dementsprechend rüber. Allerdings war eben dieser nichts besonders um ganz vorne dabei zu sein.

Als vierzehnter starte maNga für die Türkei mit dem Titel „We Could Be The Same“. Das Stück begann sehr stark, lies dann aber ebenso stark nach, biss auf die Riffs und Hooks konnte man sich den Rest im Grunde schenken. Dies war kein Rap, kein Metal, kein Rock aber auch nicht genug um einen eigenen Stiel zu kreieren, es war das Schlechteste aus allen Stilen zusammengewürfelt.

Albanien, nahm seit 2004 am Songcontest bei. Seit Dienstag war dann auch das Ticket für das Finale gezogen, „It’s All About You“ von Juliana Pasha brachte einen Song mit viel Beats und einer signifikanten Stimme hervor. Eine starke Stimme mit einem beeindruckenden Violisten machten diesen Titel zu einem der Favoriten. It’s A Rainy Man von den Wethergirls flog einem da spontan durch den Kopf.

Island wollte heute keine Asche hinterlassen, Hera Björk und ihre Schwestern wollten mit „Je Ne Sais Quoi“ einen englischen Song präsentieren, was ihnen auch sehr gut gelang. Beats die ins Blut gingen und eine ausdrucksstarke Stimme brachten auch diesen Titel in einen engeren Kreis der Favoriten.

Ukraine tat sich dieses Jahr sehr schwer und brachte mit Verspätung seine Meldung zum Contest. „Sweet People“ von Alyosha schaffte es überraschend ins Finale. Eine gut gespielte akustische Gitarre und eine Stimme die sofort an 4 Non Blondes erinnerte beeindruckten sofort. Auch diese Darbietung dürfte sich in den Kreis der Top Ten einreihen. Lena musste wirklich etwas darbieten um die starke Konkurrenz zu bewältigen.

Frankreich, durch den Afrikaner Jessy Matador vertreten. „Alez Olla Olé“ war sicherlich auch gleich für die WM 2010 geschrieben. Das Arschgewackel gefiel dem Publikum und der Beat forderte zum mitwippen auf. Ein richtig gutes Lied für die Fussballstimmung, der aber für diese Veranstaltung etwas fehlplatziert war und kaum Chancen haben dürfte.

Rumänien schaffte es mit dem Duo Paula Seling & Ovi ins Finale. „Playing With Fire“ auf einem gläsernen Doppelflügel präsentiert war nett anzuhören und Paula war definitiv was fürs Auge. Ein Song, den man sicherlich mal anhören kann, aber mehr war damit sicherlich nicht zu erwarten.

Russland folgte der Devise „zurück zu den Wurzeln“. Der Sänger Peter Nalitch sang „Lost And Forgotten“ und macht sich auch nichts aus Geld, er bietet seine Lieder zum kostenlosen Download an. Ein wenig Chris De Burgh war in seiner Stimme nicht zu überhören aber ansonsten auch einer der Kandidaten die das Feld von Hinten auffüllen dürften.

Armenien, seit 2006 dabei und immer unter den Top 10, wurde vertreten durch Eva Rivas. Sie sang den Song „Apricose Stone“. Eine sehr attraktive Sängerin, die den ältesten Teilnehmer aller Zeiten mit 83 Jahren an ihrer Seite hatte, mischte folklorische Töne mit modernen Elementen. Auch dies ein gutes Lied, was man sich gerne mal im Auto anhört, mehr jedoch nicht.

Jetzt war es soweit, unser Star für Oslo, mit Satellite, Lena Meier-Landrut. Sie war cool auf der Bühne und spulte ihr Programm wie gewohnt ab. Tanzen konnte sie noch immer nicht und ihre Bewegungen erinnerten stark an einen Bewegunslegasteniker. Auch das Englisch klang noch immer so furchtbar wie eh und je. Aber! Und nur das zählte, sie bekam ordentlicjh Applaus und kam im Publikum gut an. Die Performance sollte für die Top 10 reichen.

Die Portugiesin Filippa Azevedo, gerade einmal 18 Jahre Jung, sang ruhig und ausdrucksstark, mischte zwischen Portugiesisch und Englisch, allerdings war der Song „Há Dias Assim“ selbst eher langweilig und hatte nicht viele Höhepunkte zu bieten.

Der 28. Jährigen Harel Skaat sang „Milim“, eine eher traurige Ballade die in seiner Landessprache Hebräisch präsentiert wurde. Ein Schönling mit einer schönen Stimme, aber ein Lied, das sicherlich an die letzten Jahre in Sachen Platzierungen anknüpfen würde, und im Nichts zu finden sein dürfte.

Dänemark- Chanée & n’evergreen, „In a Moment like this“ war ein Lied, das sich nicht abheben konnte.

Spanien durfte noch einmal antreten, da man im ersten Durchlauf gestört wurde von einem Zuschauer. Die Performance war auch dieses Mal wieder richtig gut was die Tänzer anging, aber das Lied konnte nicht überzeugen.

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