In der letzten Woche waren wir mit unserem Redaktionsteam in Marburg und haben uns CampusTV angeschaut. Deutschland, ein Land in dem die Lehrmittel immer mehr gekürzt werden und in der Eigeninitiative mehr als gefordert ist. Grund genug für uns, selbst zu schauen wer denn was auf die Beine stellt.

Marburg Studieren kann so schön sein… zumindest dann, wenn den Studentinnen und Studenten wie an der Philipps-Universität in Marburg neben dem Unialltag Angebote gestellt werden, die das Studentenleben attraktiver machen. So gibt es neben zahlreichen Sportangeboten CAMPUS TV, sprich Online-Fernsehen für Studenten.

Mehr als 300 junge Leute studieren in Marburg Medienwissenschaften, ein Studiengang, der als recht theoretisch empfunden wird. Zeit für die große Praxis bleibt selten. Daher soll der Nachwuchs hier die Möglichkeit geboten bekommen, seine Kreativität auszuleben und von seinem Wissen Gebrauch zu machen.

Uni-Fernsehen ist nichts Neues. Seit den 90er Jahren gab es immer wieder Anläufe, ein derartiges Format an Hochschulen zu etablieren. Gelungen ist dies bis dato nur in Ansätzen. Aktiv auf diesem Gebiet wurden mitunter Kassel und Frankfurt. Problem dürfte die Kontinuität sein, welche bei einem ständigen Kommen und Gehen von Studenten schwer zu wahren ist.

Im Jahr 2009 galt Campus TV Marburg als aktivste Initiative dieser Art an Hessens Hochschulen. Die Frankfurter Rundschau berichtete im Mai 2009 von den Aktivitäten der Hochschulen auf dem Gebiet des Uni-Fernsehens.

Vorsitzende Aline Becker sieht mit Campus TV Marburg die Chance, junge Medienwissenschaftler von Anfang an die Kamera zu führen, auch ohne den nicht ganz leichten Weg über einen Prakti-kumsplatz bei einem großen Sender. Ansatzpunkt in Marburg ist das Eigeninteresse der Studierenden. Zudem steht die Tür Studierenden aller Fachbereiche offen. So werden die Newcomer in einem kostenlosen Kamera- und Schnittkurs eingelernt, ehe sie ans Werk gehen.

Der kleine Sender ist bemüht, sich politischen Themen neutral zu widmen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen pro und contra zu wahren. Meist wird jedoch von kulturellem Leben berichtet. So finden sich in der Mediathek Beiträge über den Sport Dies der Uni, den Marburger Kamerapreis, Messen und Märkte, Partys, aber auch interessante Interviews wie mit Vorsitzenden des Ausländerbeirates, OB Egon Vaupel, Musikern und Studenten.

Bei allem Wirken steht die Freude am Drehen und Schneiden an oberster Stelle. Grundsatz ist auch die unkommerzielle Arbeit. Andernfalls unterliegen die Aktiven Einschränkungen bei der Entleihe universitärer Leihgeräte. Generell sollte der Bezug zur Universität oder verwandten Themen im Rahmen der Dreharbeiten gewahrt bleiben.

Ideen kommen von den Aktiven und münden in deren eigenhändig erstellten Beiträgen. Die Koordination läuft über wöchentliche Treffen zur Redaktionssitzung. Gemeinsam werden die Inhalte für die jeweils kommende Monatsausgabe einer CampusTV-Sendung festgesetzt. Hieran folgt dann die Umsetzung, welche sich an dem erarbeiteten Zeitplan orientieren sollte. Engpässe aufgrund von Lernstress einzelner Mitglieder lassen sich natürlich nicht ausschließen, jedoch wird dies durch frühzeitige Planung weitestgehend kompensiert.

Kameras, Stativ, Kopfhörer, Mikrofone und Akkus werden vom Hochschulrechenzentrum gestellt. Über eine kurze Mail wird vor einem jeden Dreh Equipment gebucht. Die Übergabe erfolgt im Rechenzentrum in 10 Minuten Entfernung zur Innenstadt.

Die Beiträge werden im PC-Saal der Germanisten mit Hilfe der Software ADOBE PREMIERE geschnitten. Dank des absolvierten Einstiegskurses ist die Umsetzung von Beiträgen für die Meisten weitestgehend Routine. Neulinge werden gezielt mit „alten Hasen“ ins Rennen geschickt um live beim ersten Dreh mit zu lernen. So wird nicht nur Wissen praktisch angeeignet, sondern zugleich der Kontakt zu den „Kollegen“ gefördert.

2009 zählte der Sender 60 Mitglieder. Bisweilen konnte so eine gewisse Kontinuität garantiert werden, vorgeschlagene Beiträge auch in die Tat umgesetzt werden.

Nachdem immer wieder durch Plakate in den universitären Gebäuden neue Aktive geworben werden, wollen die derzeitig Eingefleischten in Zukunft mit zusätzlichen Werbemaßnahmen wie einem Infostand auf die Arbeit von CampusTV Marburg aufmerksam machen. Daneben werden neue Konzepte entwickelt, wie man zukünftig noch attraktiver werden kann.

Die Sendungen der letzten 2 Jahre sind online auf der Homepage von CampusTV Marburg abrufbar

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