Heute freuen wir uns besonders darüber, ein Interview mit der Band q.age bekommen zu haben. Wir haben uns in einem privaten Rahmen getroffen und ein intensives, sehr persönliches Interview führen dürfen. Am Ende werden wir noch eine handsignierte CD mit einer Widmung darauf verlosen, also: Lesen! 🙂

kr: Wie habt ihr beiden euch kennengelernt und wie kam es zu dem Projekt „q.age“?
Cosmin: Eine verrückte Geschichte. Ich habe einen SMS an einen befreundeten Musiker geschickt um zu erfahren, wann denn unsere Probe stattfinden würde.
Adam: Ich dachte, die Probe wäre an einem anderen Tag, zu dieser Zeit hatte ich im Stadttheater zu tun. Ein Cosmin war mir nicht bekannt, was mich um so mehr verwunderte und so rief ich ihn einfach zurück und fragte, was er denn meinte, die Probe sei doch am Mittwoch und nicht, wie er schrieb, am Dienstag.

Cosmin: Ich war erst verwirrt, aber es kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass es sich hier um ein Missverständnis handeln würde. Ich schlug ihm vor, dass wir uns trotzdem treffen könnten. Da wir beide knapp bei Kasse waren und uns das Geld für einen Kaffee zu schade war, entschlossen wir uns dazu, direkt zu mir zu fahren und an einem Song zu arbeiten. Es war wie eine „Eingebung“, eine falsche SMS an einen Menschen, der auch noch in derselben Stadt wohnt und ebenso wie ich, Musik als seine Passion ansieht. Wir arbeiteten direkt bei mir zuhause an dem Song „Scream“.

Adam: Ich begann ihn täglich um 10 Uhr anzurufen und zu nerven 🙂 Bis mir überhaupt mal bewusst wurde, dass er nachts als DJ arbeitete.

Chris Payne (genialer Gitarrenspieler) hatte zu dieser Zeit unsere Band verlassen und so beschlossen wir, dass ich mit Cosmin gemeinsam an dem Projekt q.age arbeiten würde.

Cosmin: Eigentlich war nur noch Chris da, aber ich war fest entschlossen, dieses Projekt weiter voran zu treiben und Adam bot seine Hilfe an. Aus diesem „Angebot“ ist eine tiefe Freundschaft entstanden.

kr: Wie kam es denn zu dem Namen q.age und was kann man sich darunter vorstellen?

Adam: Wir hießen ja am Anfang Quaad H. Ich habe diesen Namen wirklich gehasst und viele Leute kannten uns schon als q.h. Besonders im Radio wurde der Name eigentlich immer falsch ausgesprochen.

Cosmin: Ja 🙂 Als Senta Studer dazu kam, entwickelte sie dann daraus der Name.

Adam: Ich liebe die Verwirrung zwischen den Namen.

kr: Wir haben das Album hier vorliegen und uns in den letzten Tagen immer wieder angehört und sind wirklich begeistert von der Fülle der Klänge. Es gibt da das ein oder andere Lied, welches für uns direkt Hitpotential hat und Gänsehaut verursacht. Gibt es denn für euch auf dem Album eines oder mehrere besondere Lieder und gibt es da eine Geschichte dahinter?

Cosmin: Ich finde natürlich alle Lieder gut, sie sind ja von uns 🙂 Aber es ist in der Tat so, dass es zwei Lieder gibt, die ich gerne besonders hervorhebe. Zum einen ist das „C The Monkey“ und zum anderen „1000 years“. Bei letzterem ist das natürlich relativ einfach erklärt, es ist einer unserer ersten Songs und irgendwie hänge ich daran. Zu „C The Monkey“ gibt es eine echte Geschichte. Wir liefen durch Würzburg und sahen im Schaufenster eines Brillengeschäftes einen Affen, der eine Brille auf hatte. Das sah so inspirierend aus, dass ich innerhalb weniger Minuten einen Songentwurf auf mein Handy sang, nebst Melodie, ich habe die Datei im übrigen immer noch.

Adam: Er gab mir die Hook des Songs und ich war sofort total davon beeindruckt, der Song war unglaublich! Ich setzte mich direkt daran. Ein Teil davon kam dann beim Joggen, Nico Berthold (unser Mixer) sagte uns, am Refrain fehlt einfach noch etwas, es muss mehr Emotion rein. Cosmin hatte dann etwas „Mist“ gebaut und ich war echt frustriert. Ich ging also ins Fitnessstudio um mich abzureagieren und kam dabei auf die Idee, wie der Refrain letzten Endes sein sollte um Cosmin richtig einen „reinzuwürgen“.

Adam + Cosmin: An dieser Stelle wollen wir auch unbedingt einmal die Chance nutzen um uns bei Max, Senta und Kat zu bedanken, die auf dem gesamten Album alles gegeben und uns ganz toll unterstützt haben.

kr: Also kann man sagen, dass dies eine der Singles sein wird?

Cosmin: Ja

Adam: Wir planen mit „C The Monkey“, dass ist sicher. Wir lieben den Song einfach.

kr: Cosmin, du selbst spielst Schlagzeug. Adam, du gerne Gitarre und Klavier und du singst sehr gerne Opern. Wie können wir uns das mit dem Songwriting vorstellen, wie entsteht so ein Song? Dauert es lange und wieviel Arbeit ist darin? Und was uns auch interessiert, wie wird man inspiriert?

Adam: Ohh, entweder ich habe eine Melodie im Kopf oder Cosmin wirft eine Idee in den Raum. Manchmal sitze ich auch nur am Klavier und „klimpere“ vor mich hin, bis am Ende etwas rauskommt, was mir gefällt.

Cosmin: Bei Gefühlsschwankungen ergibt sich jedes Mal eine neue Gefühlslage und genau dann ergeben sich die besten Ideen. Wenn man z.B. am Meer sitzt und die Natur sieht, wird man automatisch alleine durch dieses Gefühl, was einen durchdringt, mit einer Idee „befüllt“. Je nach dem, wie gut diese Idee ist, wird man sie nicht mehr vergessen. War sie nicht gut genug, wird sie auch nicht im Kopf bleiben. Ich bin relativ vergesslich, von daher weiss ich, dass die Ideen, die sich verankern auch wirklich gut sind.

Der Song „Pretty“ ergab sich aus einem Song von Deep Purple. Ich hörte einen Song von der Band und es inspirierte mich, als ich es nachspielte, kam aber etwas anderes heraus, was mir noch viel besser gefiel. Es hatte mich einfach zu sehr inspiriert. Man kann sagen, dass andere Lieder mich sehr inspirieren.

Adam: Ich „klaue“ gerne aus Opern, die geben mir so viele Ideen. Viele der Texte kommen aber in der Tat aus unserem wahren Leben. Wir nutzten das Schreiben dazu, um die verschiedenen Geschehnisse zu verarbeiten.

Cosmin: Du sprichst mir aus der Seele.

kr: Wir sind im Jahr 2010 angekommen. Ihr habt euer Album fertig und wie es aussieht wird es auch in recht absehbarer Zeit herauskommen. Eine Albumproduktion bedeutet, dass man viel im Studio und extremst eingespannt ist. Diese Zeit habt ihr ja nun „frei“, oder? Was plant ihr für dieses Jahr?

Adam: Ach, das ist eigentlich sehr einfach beantwortet, wir wollen eine Fanbase aufbauen, die wir persönlich kennen, wir wollen die Nähe zu unseren Fans. Natürlich wollen wir spielen, wann und wo immer es möglich ist. Es ist so viel zu tun, dass wir im Moment in der Tat nicht wissen, wo uns der Kopf steht.

Cosmin: Ich möchte einfach, dass unsere Songs in die Welt „gehen“ und ihre eigenen Wege zu den Zuhörern und Fans aufbauen.

kr: Uns ist aufgefallen, dass ihr eigentlich keine feste Band im klassischen Sinne seid. Einmal hört man Senta Studer als Stimme, ein anderes Mal Denise Modjallal., beide sind sehr unterschiedlich, was die Stimmen und auch die Art und Weise des Gesanges angeht. Ebenso die Bandkonstellation an sich, mal seid ihr zu dritt und ein anderes Mal zu fünft, wie dürfen wir uns das vorstellen?

Cosmin: Musiker sind sehr schwer, sie sind Künstler, sind kreativ ,aber auch eigen. Wir haben bisher mit so einigen Musikern arbeiten dürfen, die wirklch an das Projekt glauben. Aber im Laufe der Zeit mussten auch wir erkennen, dass es sehr schwer ist, unseren Glauben und die Motivation an dieses Projekt, einem anderen Musiker zu vermitteln. Es ist in der Natur des Menschen, sich weiterzuentwickeln und auch einmal andere Dinge auszuprobieren. Am Anfang war dies schwer für uns zu verstehen, jedoch ist genau daraus das entstanden, was wir heute sind und auch unglaublich lieben. Aus der kleinen Not unserer Situation heraus beschlossen wir, einen Weg zu gehen wie z.B. AIR, oder Mike Oldfield, Massive Attack oder auch Fleetwood Mac.

Adam: Es ist irgendwie einfach unser Weg, wir sind dadurch etwas besonderes, so zumindest empfinde ich es für uns. Dadurch wurde auch unsere Musik das, was sie heute ist. Als Beispiel der Song „Burning Love“. Den gibt es in vier total unterschiedlichen Versionen von 4 Sängern (2x weiblich, 2x männlich).

Adam + Cosmin: Das ist definitiv auch unser Weg für die Zukunft.

kr: Was uns wirklich beeindruckt hat, war diese „unsichtbare“ Präsenz im Internet. MySpace mit mehr als 1.25 Mio Profilaufrufen und nahezu 900.000x gespielten Songs. Wie ist das in der „realen“ Welt, wie Radiostationen, gibt es euch da auch zu hören?

Adam: Im Moment ist es ruhiger, da wir ja erst einmal am Album arbeiten mussten. Vor 1-2 Jahren war das noch anders, unsere älteren Songs wurden dort sehr oft gespielt. Ob NRW, Radio Gong…

Cosmin: Auch in Spanien wurden wir oft gespielt. Sentas Mutter (Cheryl Studer – Berühmte Opernsängern) hatte einen Auftritt in Spanien und spielte unsere Musik den Radioredakteuren vorgespielt, es wurde direkt angenommen. Auch in Rumänien wurden und werden wir immer wieder gespielt.

Adam: Wir haben ein Benefizprojekt gemacht, welches uns so einiges an Aufmerksamkeit in Asien und Südamerika brachte.

kr: Cosmin, du kommst aus Rumänien, Adam, du aus New York. Ihr lebt hier in Deutschland schon eine Weile, sprecht im übrigen sehr gut deutsch!, wie empfindet ihr das Leben hier?

Cosmin: Ich habe Deva in Rumänien verlassen, weil ich mit zu vielen Dingen dort nicht zufrieden war, ich wollte immer Musiker werden und in Rumänien gab es einfach zu viele Hürden für mich. Ich entschloss mich daher nach Deutschland zu gehen, um meinen Traum wahr werden zu lassen und daran arbeiten zu können.

Die Deutschen brauchen die Südländer um sich öffnen und entfalten zu können. Ich genieße es einfach, dabei zu sein. Hier und jetzt.

Adam: Ich kam eigentlich nach Deutschland wegen der klassischen Musik und ich liebe es , dass es nicht darauf ankommt, wie gut du Basketball spielst (ich bin klein). Hier zählt es in der Tat eher, wie gut dein Allgemeinwissen und deine Philosophie ist. Aber vor allem zählt für mich, dass man hier Klassik lebt.

In New York es ist überhaupt kein Thema, den jüdischen Glauben zu leben. Als  ich hierher kam, sind mir einige schlimme Dinge passiert. Ich lernte Menschen kennen, die noch in der HJ waren, ein alter Mann jagte mich wegen meines Namens weg, da ich ja Jude wäre, jemand malte ein riesen Hakenkreuz auf unser Garagentor. Es war zunächst ein Schock und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Doch dann lernte ich viele andere Menschen in der jüdischen Gemeinschaft in Würzburg kennen, die mich mit Liebe aufgenommen haben. Ich freue mich heute riesig, dass ich hier in Deutschland sein darf und ein Teil einer großen Bewegung bin, die das jüdische Leben wieder wachsen lässt und sich hier wohlfühlt. Wir sind wieder ein Teil dieser Gesellschaft geworden.

Cosmin: Ja, die Welt wächst endlich wieder zusammen.

Adam: Hört euch unseren Song „Human Race“ an. Wenn ich heute sterben würde und der Welt was sagen müsste, würde es das sein: „Das Konzept von Rassen und verschiedenen menschlichen Rassen ist schlicht weg eine Illusion und passt eigentlich nicht in unser wirkliches Weltbild. Die Erde kennt nur Grenzen, die die Menschen gezogen haben.“

kr: Der Fokus ist derzeit Deutschland ,was die Musik angeht. Ihr singt in Englisch, also wäre es doch auch nicht schwer, international tätig zu sein. Ist da was in Planung?

Adam: Natürlich! Wir sind schon alleine von der Bandkonstellation wirklich International. Ich komme aus den USA, Cosmin aus Rumänien, Senta ist Amerikanisch/Griechisch, Denise hat ihre Wurzeln aus Iran/Türkei und Griechenland, Wolfy ist aus Deutschland, Eugene ist aus Kasachstan. Alleine dadurch ist doch schon die Richtung gegeben 🙂

Cosmin: Da gibt es nichts hinzuzufügen, Adam 🙂

kr: Eine Band lebt von ihren Fans, wie ist das bei euch. Gibt es da den ein oder anderen, der euch besonders in Erinnerung ist oder etwas tolles gemacht hat?

Adam: Oha, da haben wir wirklich einige, aber wenn wir schon einmal die Chance haben, wollen wir gerne z.B. Amanda K. aus Florida / USA, Camus (Camy) aus Shanghai / China,  Sarita S.aus Oregon (und ihre ganze Familie!), die sogar eine Seite für uns gemacht hat: http://www.qagetheband.com/

Cosmin: Ich freue mich riesig über diese Sachen, sie sind immer eine echte Anerkennung.

kr: Ihr produziert, komponiert und schreibt eure Songs soweit alle selbst. Bei einigen Songs ist immer der Name „Candé de Rouge“ mit dabei. Candé selbst schrieb z.B. „The Power of Love“ für Jennifer Rush, Celine Dion war für einen Grammy nominiert für einen Song von Candé, er schrieb auch für Toto, Meat Loaf und vielen anderen ganz Großen der Szene. Wie kam es, dass ihr zusammenarbeitet?

Cosmin: Im Grunde war das ganz einfach, wir haben ihm was vorgespielt und er fand es wirklich cool. Er hörte uns bei Radio Gong und dadurch entwickelte sich dann eine tolle Zusammenarbeit.

Adam: Ohne Cosmin hätte ich nie den Kontakt zu Candé bekommen, ich baue da eher auf seine Vorarbeit. Mit ihm haben wir sogar einen Song für Eurovision platziert.

kr: Wie schaut es mit den Songs an sich aus, schreibt ihr nur für euch oder auch andere?

Adam: Wir lieben es, Songs zu schreiben, aber nicht alle passen wirklich zu uns selbst. Daher sind es schon einige gewesen, die wir für andere Musiker geschrieben haben. Wir brauchen das Schreiben, wie Fische ihr Wasser. Wir hatten Anfragen unter anderem von Jennifer Rush, Thomas Godoj oder sogar von Andrea Bocceli.

kr: Wir haben gesehen, dass ihr sogar eine Musicalshow geschrieben habt. Was hat es damit auf sich?

Adam: Ich sagte Cosmin, ich könnte nicht mit ihm arbeiten, wenn es keinen Sinn für mich selbst machen würde, er hatte darauf die Idee, eine Musicalshow zu schreiben und dann sprühte es nur so aus uns raus.

Cosmin: Es war sogar ein „nominated finalist“ des „Richard Rodgers Award“ für neue Musicals in New York City. Der Name des Musical ist „Dies a dream of you“.

kr: Wir sind soweit am Ende angekommen und wollen uns bei euch für die Zeit und natürlich auch für eure tolle Musik bedanken. Was wollt ihr unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?

Cosmin: Go back to the roots, da ist das Leben!

Adam: Love until you‘re dirt like you‘ve never been hurt.

Nun noch zu unserer Verlosung. Aus welchen Städten kommen Cosmin und Adam? Die Antwort einfach per Kontaktformular zu uns und wir verlosen dann unter allen richtigen Einsender am 15. Februar. Der Gewinner wird hier bekanntgegeben.

Webseite von q.age

MySpace / q.age (Hier findet ihr viele der Songs zum reinhören!)

Die CD gibt es bei Amazon

One thought on “Interview: q.age – Songs For Your Lonely Island

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