Livemusik kann ok sein, sie kann aber auch anders sein. Besonders wenn die Akustik stimmt ist es schon einmal die halbe Miete. Kommt dann das Publikum noch in Schwung reflektiert sich das auch auf die Band die da oben auf der Bühne steht – ja, eine Art Symbiose entsteht. Dieses Gefühl bekommt man, wenn man eleVate zuhört und dabei sowohl die Band als auch die Fans beobachtet.

Heute der Musik seinen eigenen Stempel aufzudrücken ist nicht wirklich einfach, es spielen eine Menge Faktoren eine wichtige Rolle. Eine Band bekommt auch erst dann die Bestätigung wenn sie wirklich live spielt, wie kommt die Musik an, ist das Publikum auf deiner Seite und macht es auch beiden Seiten Spaß? Kommt man wieder auf den berüchtigten Stempel zurück so schließt man am einfachsten die Augen und lässt es auf sich wirken. Wer ist eleVate und wo ist ihre Musik denn zuhause?

Ich schließe also meine Augen und lasse eben gesagtes zu, lasse die Musik auf mich wirken. Die Songs fliegen so an mir vorüber und hinterlassen ihre spuren, sie sortieren sich. Scorpions? Nein! Reamonn? Nein!, ColdPlay? Nein! U2? Auch nicht! Selbst BAP will ich einmal rausgehört haben vom Stil her. Und da ist er wieder dieser berüchtigte Stempel. Die Jungs, Andy, Marcus und Steve haben es richtig gemacht, sie haben sich die Rosinen aus diesen Bands herausgeschnitten und daraus einen eigenen Stil kreiert. Sie haben ihn verfeinert und auf die eigenen Songs perfektioniert.

Nach bereits vier Songs ist man mitgerissen obwohl ich diese Musik bisweilen nur mal im Vorübergehen hören konnte. Sie haben einen neuen Fan gewonnen. Anspruchsvolle Musik mit stilistisch tollen Melodien, Hooks da wo sie hingehören und Texten die einen auch mal Nachdenken lassen. Rockig genug um einen mitzureisen, ruhig genug um nicht den Adrenalinspiegel beobachten zu müssen, eben die perfekte Mischung, die da auf mich herabrieselt.

Seit ihrem 15. Lebensjahr machen die Gebrüder Fechner Musik, seit dieser Zeit sind sie ihrem Bann verfallen und genießen es, jeden Tag aufs neue. Andy am Bass und mit einer richtig rockigen Stimme, Marcus mit enorm flinken Fingern an der E-Gitarre und dazu noch Steve, der „Nette Nachbar von nebenan“ der die Drums nur so fetzen lässt. Andy, der alles gibt und das Micro förmlich vergewaltigt und dabei mit seiner rockigen Stimme sanft streichelt ist nach jedem Song außer Atem. Beides ein Widerspruch in sich, denn man denkt immer: „Oh Gott, der Arme Kerl, der hat so geröhrt, dass er ja kaum noch reden kann.“ und dann straft er einen Lügen wenn er den nächsten Song runterröhrt, eben wie ein Profi und ohne Zwänge. Da sei ihm auch dei 30 sekündige Verschnaufpause und der Schluck Wasser gerne verziehen, er hat es sich verdient.
Profis sind sie alle Drei, wie sie da auf der Bühne stehen. Ein volles Programm mit toller Akustik, zuhause in etlichen Stilrichtungen und trotzdem als Set perfekt aufeinander abgestimmt. Wundert man sich noch am Anfang, dass mehr Instrumente auf der Bühne vorhanden sind als Musiker wird man bei der Unplugged Session mit einer freudigen und sehr angenehmen Überraschung belohnt. Marcus tauscht mit Andy von E-Gitarre auf Bass, Steve setzt sich an das Akkordeon, Andy spielt am Klavier einen neuen Song als Ballade oder er unterstützt seinen Bruder mit der zweiten akustischen Gitarre. Die Jung sind omnitalentiert und leben die Musik wie man es eben von echten Musikern gewohnt sein darf.

Es hat Spaß gemacht, den Jungs über 90 Minuten zuzuhören. Unsere Message an Dieter B.: SO macht man Musik, nicht aus der Retorte und nicht durch Millionen Euro an Werbegeldern künstlich nach oben gepusht.

So wie der Eindruck schon im Interview rüberkam, drei sehr sympathische, bodenständige fleissige und ehrliche Musiker die zu 100% ihre Philosophie auf der Bühne reflektieren. Wer handgemachte geile Mukke mag, der muss unbedingt ein Konzert von eleVate besuchen, es ist jede Minute und jeden Cent wert.

Weitere Informationen über die Band gibt es auf deren Homepage. In Kürze wird es auch ein tolles Interview mit diesen überaus sympathischen Männern geben bei uns.

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