Erster Kurzfilm von hoTodi.tv

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1 Antwort

  1. Gerhard sagt:

    Tja, die Symbolik dieser Geschichte ist sehr vielschichtig.

    Im Paradies standen Millionen von Bäumen, alle mit leckeren Früchten. Doch Gott macht auf diese beiden Bäume aufmerksam. Er macht sogar ganz besonders aufmerksam, indem er verbietet, von den Früchten dieser beiden Bäume zu essen.

    Die klassische Deutung ist die Gehorsamsverweigerung, die zur Austreibung aus dem Paradies führte. Diese Deutung entspricht der hierarchischen Struktur der menschlichen Gesellschaft. Mit dieser Deutung würden wir Menschen zu dressieren Hunden degradiert, die ohne nachzudenken genau das machen, was das Herrchen fordert.

    Man könnte die Geschichte jedoch auch ganz anders deuten. Verbote fordern nämlich geradezu dazu heraus, sie zu übertreten. Wenn Gott in dieser Geschichte wirklich allwissend ist, dann war auch klar, was das Verbot bewirken würde. Denn nichts ist so attraktiv wie das, was verboten ist.

    So bleibt es also nicht aus, dass vom Baum der Erkenntnis der Apfel genommen wird. Denn auch die Schlange ist symbolisch, sie steht für unseren verschlagenem Verstand, der sich alles so zurecht legt, wie es zur eigenen Rechtfertigung benötigt wird.

    Seitdem, so die Symbolik, unterscheidet die Erkenntnis den Menschen von den Tieren und lässt gleichzeitig das Paradies vermissen. So weit, so gut.

    Doch mit dieser Handlung fängt für mich die eigentliche Symbolik der Geschichte erst an. Denn was geschieht anschließend, als Gott Adam und Eva zur Rede stellt? Beide leugnen die Verantwortung für das eigene Handeln, schieben die Schuld auf andere.

    Für mich ist das die eigentliche Ursünde, die wir täglich bei uns selbst und anderen beobachten können, keineswegs nur bei Politikern. Das leugnen der eigenen Verantwortung.

    Für mich ist das auch der Grund, warum wir Menschen aus dem Paradies vertrieben wurden, bevor wir vom Baum des Lebens kosten konnten. Denn genau danach suchen wir seit dem. Nach dem Leben, nach der Lebendigkeit, die den Tod überwindet.

    Und so sind denn auch viele Antworten auf die Frage möglich, was wäre gewesen, wenn der Apfel nicht gegessen worden wäre oder die Verantwortung nicht geleugnet worden wäre.

    Wenn der Apfel nicht gegessen worden wäre, dann würden wir vermutlich so leben, wie wir uns das Leben von Tieren vorstellen, ohne die Erkenntnis unserer Vergänglichkeit. Denn, was Tiere tatsächlich erleben, wissen wir nicht und können wir auch nicht wissen. Wir wissen schließlich noch nicht einmal, wie unsere Nächsten etwas erleben. Und vielleicht ist das für so manchen die Vorstellung vom Paradies, ein Leben ohne Erkenntnis und somit auch ohne Ängste und Sorgen.Und natürlich auch ohne Schuld, wenn wenn man nicht weiß, was gut und was böse ist, dann macht man sich auch nicht schuldig.

    Doch wir haben die Erkenntnis, was uns fehlt, ist das Leben. Seitdem suchen wir nach dem Baum des Lebens.

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