Nosie Katzmann. Wenn man neben ihm sitzt und lauscht seinen Übungen zum Aufwärmen, dann denkt man unweigerlich: Die Songs kennst du doch alle, das sind doch DanceFloor, HipHop oder Discobeats, wieso spielt er sich damit warm?

Riesenhits aus meiner Jugend erklingen da aus seiner Gitarre und seinem Mund und ich kann wirklich jeden mitsingen, unglaublich. Und ebenso unglaublich ist dieser Mann, der da mit am Tisch sitzt, er ist so unscheinbar, so liebenswürdig und zurückhaltend, dass man schon fast den Eindruck bekommt, es sei ihm ein wenig peinlich.

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Nosie Katzmann. Erfolg? In der Musik kann man diesen Erfolg messen – und zwar über Plattenverkäufe. 99% unter uns würden bei der Frage darauf, wer denn wohl der erfolgreichste Produzent sei, sofort an Dieter Bohlen denken, ist dieser doch dank eines Privatsenders omnipräsent, hier jedoch ist die Rede von Nosie. Die Lieder die aus seiner Feder stammen wurden nahezu 40.000.000 – 40 Millionen mal – verkauft. Er dürfte also in der Tat einer der überhaupt erfolgreichsten Produzenten in Deutschland sein.

Einige seiner Songs:

  • „MR.VAIN“ (CULTURE BEAT)
  • „MORE AND MORE“ (CAPTAIN HOLLYWOOD)
  • „RIGHT IN THE NIGHT“ (JAM AND SPOON)
  • „BREAK IT UP“ (SCOOTER)
  • „LOVE IS THE PRICE“ (DJ BOBO)

kr: Nosie, der Name ist schon etwas außergewöhnlich, ist das denn ein richtiger Name oder was steht dahinter?

Nosie: „Neugierde“, so heisst es ja auch im Englischen, aber  mit „ie“bei mir, da dass viel besser aussieht. Ich war früher schon unheimlich neugierig gewesen, daher kommt der Name.

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kr: Du bist eigentlich jemand, den man nicht sofort auf dem Zettel hat, aber wenn man weiss, wer du bist, erstarrt man schon fasst vor Ehrfurcht. Scooter, DJ Bobo, Caption Hollywood, Culture Beat, Jam n Spoon…. wie kommt man dazu, für diese Leute Songs zu schreiben?

Nosie: Ich habe die Lieder für mich geschrieben, und andere haben sie für sich entdeckt und aufgenommen, im Grunde war es eher ein glücklicher Zufall, der dazu führte. Culture Beat waren Kumpels von mir, wir haben das Projekt damals gemeinsam gegründet. Durch unsere Präsenz wurden immer mehr Musiker auf mich aufmerksam, die von mir die Songs haben wollten. Man lernte sich kennen und es wuchs immer weiter.

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Aber es ist auch heute noch so, die Songs schreibe ich noch immer für mich, in Akustik mit Gitarre oder Piano. Der klassische Komponist arbeitet einfach so, das hört man schon an Mr. Vain. Man komponiert am Klavier oder mit der Gitarre, später arrangiert das Lied dann jeder in seinem eigenen Stil. Ob Country oder Dancefloor, es kann immer derselbe Song sein.

kr: Ein Song ist ja irgendwie auch ein Stück „Kunstwerk“. Fällt dir alles so einfach in den Sinn oder arbeitst du das Stück für Stück aus?

Nosie: Wenn man sich meine Songs anhört, wirken sie im ersten Moment sehr einfach. Ich schreibe aus dem Moment heraus und arbeite dann an den Kleinigkeiten. „Right in the night“ war so ein Song der z.B sehr schnell geschrieben war. Solange wie der Korrus ist, solange brauchte ich dafür, den Titel zu schreiben.

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Als Songwriter glaube ich an die Magie des spontanen Momentes.

kr: Du singst auch selbst, wie ist das mit den Songs die dann Leute wie Captain Hollywood gesungen haben, bei dir klingt das komplett anders, wie empfindest du es denn, wenn so gefühlvolle Songs mit Bässen und Beat durchröhrt werden und bei dir mit sanften Gitarrenklängen.

Nosie: Ich finde das toll! Mr. Vain von Culture Beat ist stringent durchgezogen, und das freut mich riesig. Wenn man den Song in einem Club hört, dann merkt man, er ist perfekt umgesetzt und das ist das schönste, was man sich für (s)einen Titel wünschen kann.

kr: Welche Projekte stehen derzeit bei dir an?

Nosie: Meine „Geratest Hits 2″. Ich habe 43 Hits geschrieben und mir nun vorgenommen, diese so aufzunehmen, wie ICH sie komponiert habe. Ferner habe ich gerade eine Sängerin produziert, Anne Aalrust, ihr Album heisst “ Der Liebe selbst“.

Vor kurzem war ich mit Right Said Fred im Studio, wir haben zwei Songs gemeinsam produziert, wovon einer nun als Single veröffentlicht werden wird.

kr: Heute bist du hier mit vielen Künstlern für ein Event was eigentlich sehr traurig ist. Nahezu 200.000 Menschen ließen ihr Leben in Haiti, wie hast du das empfunden?

Nosie: So wie viele andere, es hat mich schockiert. Wir regen uns auf, wenn bei uns eine Birne kaputt geht. Diese Menschen haben weder Wasser, noch Strom und wir regen uns über den kleinen Luxus auf, besonders das wird einem an solchen Tagen so sehr bewusst.

kr: Du spielst heute Abend mir Rolf Stahlhofen hier und scheinst auch mit viel Freude das ganze zu nehmen. Habt ihr schon mal zusammen gespielt?

Nosie: Ja, wir haben schon einmal zusammen gearbeitet. Rolf hat den Song „Glückstag“ bei mir aufgenommen, ich war kurz am Überlegen, ob ich das ganze Album produzerien sollte, es kam aber am Ende nicht mehr dazu.

kr: Wenn du auf einer einsamen Insel ausgesetzt werden würdest und nur Platz für 3 Dinge hättest, welche würdest du mitnehmen?

Nosie: Meine Frau, einen Kühlschrank mit Sachen für 24 Jahre, und meinen iMac mit eingebautem Studio.

kr: Wir danken dir, dass du dir Zeit genommen hast, mit uns zu sprechen, hast du noch ein Schlusswort für unsere Leser?

Nosie: Liebt euch.

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