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  • „Würde meine Mama mitsingen“ – neuer Song von Bernd Korz

    „Würde meine Mama mitsingen“ – neuer Song von Bernd Korz

    Mit „Würde meine Mama mitsingen“ legt Bernd Korz keinen weiteren Song über Liebe oder Aufbruch vor, sondern eine Frage: Würde seine Mutter mitsingen, wenn sie seine Lieder heute hören könnte? Die Single ist am 30. Oktober erschienen und bildet nach dem leuchtenden NDW-Sommer von „Deine Aura“ den leisen, direkten Gegenpol.

    Entstanden im Auto

    Der Song beginnt mit einem Moment, der kaum banaler sein könnte. Korz sitzt mit seiner Frau im Auto und übt seine Lieder, als er plötzlich an seine Mutter denken muss. Er dreht sich zu ihr und fragt: „Würde meine Mama mitsingen?“

    Aus dieser Frage wurde der Titel, und aus dem Titel ein Lied, das genau so viel Gewicht hat, wie die Frage für ihn selbst trägt.

    Zwischen Neil Diamond und Kirchenbank

    Die Verbindung zu seiner Mutter war immer die Musik. Als sie mit ihm schwanger war und in seinen ersten Lebensmonaten, lief bei ihnen immer wieder „In The Year 2525“. Sie liebte Neil Diamond, gehört wurde, was Radio und Kassette hergaben. Aus diesen Klängen baut der Song seine Bilder: „Twenty Five, Twenty Five so laut“, „Neil Diamond auf der Kassette“, „kleines Haus, großer Traum“. Letzteres steht für ein kleines Haus in Hepstedt, das seine Mutter mit viel Liebe eingerichtet hatte.

    Sie sang gern und laut, vor allem in der Kirche, und sie sang schief. Es war ihr egal. Ihrem Sohn sagte sie, er habe eine schöne Stimme, lange bevor er selbst zu singen begann. Korz tut das erst seit seinen Fünfzigern. Seither begleitet ihn die Frage, wie sie seine Musik gefunden hätte.

    Die Tür, die geschlossen blieb

    Der Song erzählt auch von dem, was offen blieb. Mutter und Sohn hatten sich zerstritten, über zwei bis drei Jahre bestand kein Kontakt. Mit 49 nahm sich seine Mutter das Leben. „Mit neunundvierzig nahmst du deinen Lauf“, heißt es in der zweiten Strophe. Seine Frau war hochschwanger, ihr Sohn kam wenige Wochen später zur Welt.

    Korz hatte sich fest vorgenommen, bei seiner Mutter zu klingeln, ihr das Baby in die Arme zu legen und zu sagen: Egal, was wir haben, das ist dein Enkel. Dazu kam es nicht mehr. „Wenn Kinder kommen, hab ich’s dir versprochen“, singt er.

    Eine Anklage ist der Song nicht. Korz hegt keinen Groll gegen seine Mutter, und das hört man. Er singt nicht gegen den Verlust an, sondern auf sie zu.

    Reduziert und nah

    Musikalisch bleibt „Würde meine Mama mitsingen“ bewusst schlicht. Bei 94 BPM trägt eine reduzierte Akkordfolge den Text, die intime, erzählende Haltung erinnert an Philipp Poisel. Die Hook führt in den Schluss, in dem der Song seine eigentliche Frage stellt: „Ich sing’ und hoff, dass irgendwo dein Echo klingt.“

    Persönlich heißt nicht privat

    Einige Hörer fanden den Song stark, aber zu persönlich, um allgemein zu funktionieren. Schließlich sei es eine Geschichte zwischen Sohn und Mutter. Dieser Einwand übersieht, wie Lieder funktionieren, die bleiben. Paul McCartney schrieb „Let It Be“ nach einem Traum von seiner früh verstorbenen Mutter. „Hey Jude“ war ursprünglich ein Trostlied für John Lennons Sohn Julian. Herbert Grönemeyer verarbeitete in „Der Weg“ den Tod seiner Frau und seines Bruders. Alle drei sind sehr persönliche Geschichten, und gerade deshalb tragen sie die Erfahrungen anderer mit.

    Die Reaktionen auf Korz‘ Song bestätigen das. Ein Hörer schreibt, das Lied habe Erinnerungen an die Pflege seiner Mutter in ihren letzten Monaten geweckt, und dass er nun weinend vor dem Bildschirm sitze. Ein Paar hat den Song im Auto gehört, beide mussten weinen. Ein Musikerkollege sieht in dem Lied die Erfahrung einer ganzen Generation: Zwischen Eltern und Kindern blieb oft vieles unausgesprochen, und man sehnt sich nachträglich nach Nähe und Verständigung. Genau darin liege das Potenzial, weit über die eigene Geschichte hinaus.

    Leise erzählt. Persönlich bis zur letzten Zeile. Und gerade deshalb für viele.

    Den Song gibt es auf allen gängigen Streamingplattformen. Hier der Link -> https://listen.music-hub.com/Ms413W

    Wenn du selbst in einer schweren Zeit bist oder einen Menschen verloren hast: Die Telefonseelsorge ist kostenfrei und rund um die Uhr erreichbar, 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

    Komposition & Text: Bernd Korz
    Videoclip, Schnitt, Regie, Colograding: Bernd Korz
    Produziert von Adrian Baugut in den Bewake Studios in Berlin in der Forsterstraße 5
    Klavier: Adrian Baugut
    Gitarre & Bass: Marius Hjerto