{"id":1992,"date":"2025-12-04T13:43:27","date_gmt":"2025-12-04T13:43:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klangrevolution.de\/?p=1992"},"modified":"2025-12-04T13:43:31","modified_gmt":"2025-12-04T13:43:31","slug":"in-dieser-zeit-bernd-korz-stille-revolution-zwischen-dialekt-und-universum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klangrevolution.de\/en\/musik\/in-dieser-zeit-bernd-korz-stille-revolution-zwischen-dialekt-und-universum-1992\/","title":{"rendered":"In dieser Zeit \u2013 Bernd Korz\u2019 stille Revolution zwischen Dialekt und Universum"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt Lieder, die man nicht h\u00f6rt \u2013 sondern <em>erlebt<\/em>. Lieder, die sich wie ein vertrautes Schweigen anf\u00fchlen, das pl\u00f6tzlich Worte findet. Bernd Korz\u2019 neuer Track <em>\u201eIn dieser Zeit\u201c<\/em> ist so ein Moment: ein musikalisches Stillhalten, das mehr sagt als tausend Schreie. Gleichzeitig auf Hochdeutsch und Pf\u00e4lzisch ver\u00f6ffentlicht, wird der Song zur doppelten Hymne \u2013 an das Ausharren, an die ungesagten Dinge, an die stille Kraft, einfach <em>da<\/em> zu sein. Und genau das macht ihn so radikal ehrlich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zwei Sprachen, eine Wahrheit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Korz, der Grenzg\u00e4nger zwischen Literatur und Lied, zwischen Schmerz und Sch\u00f6nheit, beweist einmal mehr, dass Mehrsprachigkeit kein Stilmittel ist, sondern <em>Notwendigkeit<\/em>. \u201eKalter Kaffee, leerer Stuhl \/ Alles wie immer, still und k\u00fchl\u201c \u2013 die hochdeutsche Version wirkt wie ein lyrisches Gest\u00e4ndnis, klar und universell. Doch im Pf\u00e4lzischen wird dieselbe Zeile zu etwas <em>K\u00f6rperlichem<\/em>, fast Greifbarem. Der Dialekt tr\u00e4gt hier nicht nur den Text, sondern die <em>Emotion<\/em> selbst: die W\u00e4rme der Heimat, die Schwere der Stille, den Schmerz, der im Hochdeutschen vielleicht zu glatt klingen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"position: relative; height: 0; padding-bottom: 56.25%;\"><iframe style=\"position: absolute; top: 0; left: 0; width: 100%; height: 100%; border: 0;\" allow=\"fullscreen; picture-in-picture\" allowfullscreen src=\"https:\/\/alugha.com\/embed\/web-player?v=c9765070-c8b7-11f0-8cfd-5f7e49b41d5e\"><\/iframe><\/div>\n\n\n\n<p>\u201eManche Dinge klingen im Dialekt nicht nur anders \u2013 sie <em>f\u00fchlen<\/em> sich anders an\u201c, sagt Korz. Und genau das ist der Clou: <em>\u201eIn dieser Zeit\u201c<\/em> ist kein Song, den man \u00fcbersetzt. Er ist ein Gef\u00fchl, das in zwei Sprachen <em>gleichzeitig<\/em> existiert \u2013 wie ein Blick, der je nach Perspektive anders bricht, aber immer derselbe bleibt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Kunst des Schweigens<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Musikalisch ist der Track eine Studie in Reduktion: sanfte Gitarrenakkorde, ein Klavier, das wie ein Atemzug klingt, und Korz\u2019 Stimme \u2013 mal fl\u00fcsternd, mal br\u00fcchig, immer nah. Es ist kein Lied, das man mitsingt. Es ist eines, das man <em>miterlebt<\/em>, wie Korz selbst sagt. Die Melodie erinnert an die intimen Momente eines Philipp Poisel, doch die epische Tiefe der Texte ruft unweigerlich Rio Reiser wach. Oder, um es mit Korz\u2019 Worten zu sagen: <em>\u201eEin Lied, das zeigt, wie aus Verletzlichkeit St\u00e4rke wird.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Und genau das ist es, was seine Musik so einzigartig macht: Sie ist <em>therapeutisch<\/em>, ohne je therapeutisch zu klingen. Als K\u00fcnstler mit Tourette-Syndrom nutzt Korz die B\u00fchne seit jeher als Ventil \u2013 doch <em>\u201eIn dieser Zeit\u201c<\/em> ist kein Song der Lautst\u00e4rke, sondern der <em>Stille<\/em>. Ein Innehalten. Ein <em>\u201eIch bleibe hier, auch wenn es mich zerbricht\u201c<\/em>, das mehr Mut braucht als jeder Aufschrei.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum dieser Song jetzt wichtig ist<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In einer Zeit, in der Musik oft laut, schnell und oberfl\u00e4chlich sein muss, ist <em>\u201eIn dieser Zeit\u201c<\/em> ein Akt des Widerstands. Ein Lied \u00fcber das Bleiben, wenn alles fl\u00fcchtig wird. \u00dcber leere R\u00e4ume, die pl\u00f6tzlich voller Bedeutung sind. \u00dcber die stille Revolution, einfach <em>da<\/em> zu sein \u2013 f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr andere, f\u00fcr den Moment.<\/p>\n\n\n\n<p>Korz, der mit 50 seine musikalische Stimme fand und heute eine der ungew\u00f6hnlichsten Stimmen der deutschen Szene ist, beweist damit erneut: Kreativit\u00e4t hat kein Verfallsdatum. Und echte Emotionen brauchen keine Maske. <em>\u201eMusik ist meine Sprache \u2013 und ich spreche sie in allen Facetten\u201c<\/em>, sagt er. <em>\u201eAuch in denen, die wehtun.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Genau das macht <em>\u201eIn dieser Zeit\u201c<\/em> so ber\u00fchrend: Es ist kein Liebeslied. Es ist ein <em>Lebenslied<\/em>. Ein Song, der uns daran erinnert, dass das Wichtigste oft das ist, was wir <em>nicht<\/em> sagen. Und dass manchmal die gr\u00f6\u00dfte Kraft darin liegt, einfach <em>auszuhalten<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Pre-Save Link gibt es <a href=\"https:\/\/push.fm\/ps\/2tzenuib\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/push.fm\/ps\/2tzenuib\">hier<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Lieder, die man nicht h\u00f6rt \u2013 sondern erlebt. Lieder, die sich wie ein vertrautes Schweigen anf\u00fchlen, das pl\u00f6tzlich Worte findet. Bernd Korz\u2019 neuer Track \u201eIn dieser Zeit\u201c ist so ein Moment: ein musikalisches Stillhalten, das mehr sagt als tausend Schreie. 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